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Anker 7

Von Kiel nach Flensburg

(April 2022)

 

Für unsere persönliche Eröffnung der Radsaison, erschien uns eine 2-Tages-Tour an der Ostsee entlang, als genau das Richtige. Der Startpunkt, Kiel, ist mit dem Auto, von uns aus, schnell zu erreichen. Im Visier hatten wir die Schlei mit der unbestrittenen schönen Umgebung, sowie das Seevogelschutzgebiet an der Schlei-Mündung bei Maasholm. Hierzu hatten wir in Maasholm Bad die 2. Übernachtung geplant. Die 1. Etappe (Kiel -Maasholm Bad) stellte sich uns als eine durchaus machbare Tagesstrecke dar.

Bei der Planung der Route (Dezember 2021) hofften wir auf frühlingshafte Temperaturen im April, jedoch wurden wir diesbezüglich eines Besseren belehrt. So wanderten beim Packen bevorzugt wärmende Kleidungsstücke in die Radtaschen hinein.

Am Freitagnachmittag fuhren wir also mit dem Auto, beladen mit den Rädern und Gepäck, Richtung Kiel. Für unsere 1. Übernachtung checkten wir im Hotel ein, welches mich an eine Art von Jugendherberge erinnerte. Praktischerweise, konnten wir auf dem Parkplatz das Auto bis zum Sonntag, gegen ein geringes Entgelt, stehenlassen.

Allerdings war die Nacht für uns Beide sehr kurz. Die kreisenden Gedanken um die bevorstehende Anstrengung und deren Bedingungen dieser Radtour, bescherten uns eine unruhige Nacht, weil die eben erst überstandene Corona-Infektion noch leichte Nachwirkungen mit sich brachte.

Auf der anderen Seite steht die Lust auf das Radfahren, das Entdecken schöner Landschaften und das Sammeln neuer Eindrücke, auch über Fotos und Film.

Der Wecker klingelte uns, erbarmungslos früh, aus dem Schlaf. Wie war das gleich noch mit dem frühen Vogel?

Für uns gab es erstmal einen starken Kaffee und das reichhaltige Frühstücks-Buffet. Frisch gestärkt und gut verpackt ging es bei frischen aber sonnigen 0 Grad zum Germaniahafen, um dort noch einige Impressionen mit der Kamera und dem Handy einzufangen. Dem Ostseeküsten-Radweg Richtung Eckernförde folgend, gab es am Wasser entlang noch viele schöne Fotomotive, welche festgehalten werden sollten. Allerdings ist damit auch ein gewisser Zeitaufwand verbunden, was dazu führte, dass wir erst in der Nacht ankamen. Aber erst einmal fuhren wir ein gemütliches Tempo und ließen uns von der Sonne und den Impressionen der Landschaft leiten.

Bei diesen frischen Temperaturen, war es für mich schon eine Herausforderung, die Waage zwischen schwitzen und frieren bzw. nicht frieren zu halten. Ich setzte auf die altbekannte „Zwiebel“ und bin damit auch bisher gut gefahren.

Gegen 15 Uhr erreichten wir den Eckernförder Südstrand, welcher unbedingt zum Verweilen und Fotografieren einlud. Durch die Sonne leuchtete das Wasser fast in türkisblau und machte einen Geschmack auf karibischen Urlaub.

In Eckernförde deckten wir uns nochmal mit Essen und Trinken ein, denn der untrainierte Konditionszustand machte sich, beim Verbrennen der Kalorien, sehr bemerkbar.

Wir verließen nun den Ostseeküsten-Radweg und nahmen direkten Kurs auf die Schlei über Barkelsby und Rieseby. Mich beeindruckten dabei die schönen vielen Fachwerkhäuser mit ihren Reetdächern, welche die Straßenbilder in diesen Orten vorwiegend prägten.

Kurz vor dem Sonnenuntergang erreichten wir Sieseby an der Schlei. Die abendliche Sonne brachte das Wasser zum Glitzern, die Vögel zwitscherten ihr Abendlied und der sonst so hartnäckige, kühle Wind verwandelte sich in eine Abendbrise. Sicherlich hätte man hier noch einen schönen Sonnenuntergang am Bootssteg erleben können, aber wir hatten ab da noch gute 15 km bis zur Ferienwohnung vor uns. Die Kräfte ließen schon spürbar nach und wir wollten in Kappeln, für den morgigen Tag, noch Lebensmittel einkaufen. Nach vielen kurzen Pausen, kamen wir im Dunkeln, an einen Discounter in Kappeln an. Das Abendbrot und das Frühstück waren also gerettet. Nun galt es, sich die letzten 10 km, bis zur ersehnten Ferienwohnung durchzukämpfen. Hatten wir bis hierher, einen gut ausgebauten Radweg, so hatten wir zur Dunkelheit und Kälte, nun noch einen Feldweg zu bewältigen. Manchmal kommen aber auch alle unschönen Dinge auf einmal zusammen. Kurz vor 22 Uhr war dann endlich die Ferienwohnung gefunden und bezogen worden. Die Heizungsabsenkung war bereits aktiv, so dass sich die Wohnung nicht mehr beheizen ließ.  Dementsprechend kalt war es, aber immer noch wärmer als draußen. Nach heißen Getränken und heißer Dusche schliefen wir erschöpft aber selig ein.

Den nächsten Morgen ließen wir gemütlich mit Kaffee und Croissant angehen. Da wir ja nun den längeren Teil der Tour hinter uns hatten, waren wir guten Mutes, die 2. Etappe auch gut zu schaffen.  Die vereisten Autoscheiben, bestätigten die angesagten Temperaturen, zumindest was den Kältegrad anging. Dafür hatten wir die Sonne aber auf unserer Seite.

Gespannt, auf das Seevogelschutzgebiet, das vor uns lag, packten wir die Sachen und starteten Richtung Ostsee. Keine 10 Minuten später fanden wir uns in einer Vogeloase mit einem naturbelassenen menschenleeren Strand wieder und genossen den Ausblick und die morgendliche Sonne. Natürlich versuchten wir die Atmosphäre, in diesem Moment, in Fotos festzuhalten, soweit das eben geht.

Dann kam der Moment, indem wir uns auf die Räder setzten und dem Deich Richtung Gelting folgten. Ich weiß nicht woher sie alle kamen, aber plötzlich tauchte ein riesiger Vogelschwarm über unseren Köpfen auf und formatierte sich wild schnatternd mal zur rechten oder zu linken Seite. So begleiteten die Vögel uns gute 400 m des Weges, bevor sie an anderer Stelle wieder zu Ruhe kamen. Es war schon ein besonderes Spektakel, so mittendrin zu sein. Wir kosteten, die Strecke am Strand entlang, mit allen Sinnen aus, bevor wir ins Landesinnere in Richtung Flensburg radelten.

Auch wenn die Strecke der 2. Etappe nur halb so lang war, umso anstrengender war dann doch der Gegenwind, welcher mit 50km/h böenartig auf uns traf. Geschafft, aber auch froh darüber, unser Ziel erreicht zu haben, trafen wir in Flensburg ein. Die Hafenkulisse bot nochmal einen gelungenen Abschluss unserer Tour, bevor es dann zum Bahnhof ging.

Eure Antje

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